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Schulgemeinschafts- ausschuss (SGA)

 

Das wichtigste Gremium für die gelebte Partnerschaft von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen ist der Schulgemeinschaftsausschuss, kurz SGA. Wird z.B. eine Verhaltensvereinbarung als Teil der Hausordnung festgelegt so geschieht dies im SGA. Doch dieses Gremium hat nicht nur Entscheidungs- sondern auch Beratungskompetenzen. (SchUG § 64 Abs. 2) 

Wichtiges Gremium

Der SGA ist eine gesetzliche Einrichtung. In Österreich muss er nach dem Schulunterrichtsgesetz in allen höheren Schulen eingerichtet werden. (SchUG § 64 Abs. 1)

Wer gehört zum SGA?

Der Schulgemeinschaftsausschuss ist das demokratische, partnerschaftliche Forum in der Schule. Er besteht aus neun stimmberechtigten Mitgliedern; je drei SchülervertreterInnen, LehrerInnen und ElternvertreterInnen. Jede dieser drei Gruppen wählt drei VertreterInnen und deren StellvertreterInnen in den Ausschuss. Den zehnten Platz nimmt die Schulleitung ein, die nicht stimmberechtigt ist. (SchUG § 64 Abs. 3 - 9)

Wer leitet den SGA?

Den Ausschuss leitet die Schulleitung. Doch: Bei Abstimmungen hat die Leitung kein Stimmrecht. Wenn die Beschlüsse jedoch gesetzeswidrig oder organisatorisch undurchführbar sind, muss die Schulleitung den Beschluss aussetzen. Die Sache wird an die zuständige Schulbehörde weitergegeben. (SchUG § 64 Abs. 8f.)

Wann tagt der SGA?

Zumindest zwei Sitzungen muss der SGA pro Jahr abhalten. Der erste Termin ist gesetzlich vorgeschrieben. Der Ausschuss tritt innerhalb von zwei Wochen nach der Wahl der VertreterInnen aus allen drei Gruppen zusammen. Vierzehn Tage vor der Zusammenkunft muss der Ausschuss einberufen werden. Mit einer Ausnahme: Wenn ein Drittel der Mitglieder – also drei VertreterInnen – eine Sitzung verlangt, beträgt die Frist eine Woche. (SchUG § 64 Abs. 8)

Wer vertritt die SchülerInnen?

Drei SchülervertreterInnen können die Anliegen ihrer MitschülerInnen im SGA vertreten. Sie sind aus Wahlen hervorgegangen. Auf SchülerInnenseite werden mit der Wahl der/des Schulsprechers/In die SGA-VertreterInnen gewählt. SchulsprecherIn und die zwei gewählten StellvertreterInnen sind automatisch Mitglieder des SGA. Jene drei KandidatInnen, die bei der SchulsprecherInnenwahl den vierten, fünften und sechsten Platz erreicht haben, sind die stellvertretenden SGA-Mitglieder auf Schülerseite. Die/Der UnterstufensprecherIn ist im SGA beratendes Mitglied. (SchUG § 64 Abs. 5)

Was macht der SGA?

Der Schulgemeinschaftsausschuss ist berechtigt, Entscheidungen zu treffen und Beratungen zu führen. Je nach Thema sind Beschlüsse mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit oder aber einer einfachen Mehrheit zu treffen. Die Position der SchülerInnen kann hier das Zünglein an der Waage sein. (SchUG § 64 Abs. 2)

Beratung
Der Schulgemeinschaftsausschuss hat auch die Aufgabe, über wesentliche Themen zu beraten (SchUG § 64 Abs. 2):

  1. Unterricht
  2. Erziehung
  3. Planung von eintägigen Schulveranstaltungen
  4. Unterrichtsmittel
  5. Budgetverteilung
  6. Baumaßnahmen

Mit Zwei-Drittel-Mehrheit
In sieben Fällen muss der Schulgemeinschaftsausschuss sich zu zwei Drittel über die Entscheidung einig sein. Damit kein Partner übergangen wird, müssen aus jeder der drei Gruppen zwei VertreterInnen anwesend sein und auch aus jeder der Gruppen zwei VertreterInnen zustimmen. (SchUG § 64 Abs. 2 + 11)

  1. Hausordnung
  2. Schulautonome Lehrplanbestimmungen
  3. Schulautonome Eröffnungs- und Teilungszahlen
  4. Schulzeitregelung wie 5-Tage-Woche oder schulfreie Tage
  5. Termin der Wiederholungsprüfungen (SchUG § 23 Abs. 1c)
  6. Kooperationen mit Schulen oder außerschulischen Einrichtungen
  7. Schulautonome Reihungskriterien für die Aufnahme

Mit einfacher Mehrheit
Die einfache Mehrheit ist im strengen Sinn des Wortes zu verstehen. Herrscht Stimmengleichheit, entscheidet in diesen Angelegenheiten die Schulleitung. Eine einfache Mehrheit genügt im Schulgemeinschaftsausschuss für

  1. Genehmigung mehrtägiger Schulveranstaltungen
  2. Erklärung einer Veranstaltung zu einer schulbezogenen Veranstaltungen
  3. Terminfestlegung und Durchführung von Elternsprechtagen
  4. Genehmigung von Sammlungen für externe Zwecke (Hilfsorganisationen u.ä.)
  5. Bewilligung der Teilnahme der SchülerInnen an externen Veranstaltungen während der Unterrichtszeit (§ 46 Abs. 2)
  6. Durchführung von Veranstaltungen zur Schullaufbahnberatung
  7. Durchführung von Veranstaltungen zur Gesundheitspflege
  8. Mitgestaltung des Schullebens
  9. Richtlinien zur Wiederverwendung von Schulbüchern (SchUG § 64 Abs. 2 + 11)

Amtsverschwiegenheit

Bei jeder Sitzung des Schulgemeinschaftsausschusses muss Protokoll geführt werden. Danach ist es den Mitgliedern zugänglich zu machen. Für SchülervertreterInnen im Ausschuss gilt dasselbe wie für Eltern und LehrerInnen: Die Mitglieder unterliegen der Amtsverschwiegenheit. (SchUG § 64)

 

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